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Kurtz Ersa Magazin

 
 
 
Ersa Historie

100 Jahre Ersa – Yesterday, Tomorrow and Beyond.

Von den Anfängen bis heute: smarte Lösungen für die Elektronikfertigung – von Wertheim um die Welt

Eine Elektronikfertigung ohne Ersa ist kaum vorstellbar. Vor 100 Jahren hatte Ernst Sachs mit dem ersten elektrischen Lötkolben das industrielle Löten ins Leben gerufen. Am 18.11.2021 jährte sich die Unternehmensgründung – und fiel mit der Productronica 2021 zusammen. Der Blick geht mit „100 Jahre Ersa“ zurück auf ein Jahrhundert, in dem Ersa eine gesamte Branche kontinuierlich mit Innovationen befeuert hat – und in die Zukunft, wo Pionierleistungen von einst mit den Megatrends von heute und morgen verschmelzen.



Ersa Lötstation TE 50
Ersa Lötstation TE 50
Ersa TC 70 – erster temperaturgeregelter Handlötkolben (1971)
Ersa TC 70 – erster temperaturgeregelter
Legendär: erster Ersa Lötkolben – der H1
Legendär: erster Ersa Lötkolben – der H1

Als Ernst Sachs den ersten elektrischen Lötkolben am 08.07.1921 zum Patent anmeldete und sein Unternehmen Ersa am 18.11.1921 in Berlin gründete, waren große Elektro-Pioniere wie Siemens und Bosch schon jahrelang aktiv. In den ersten Jahren lief das Geschäft gut mit dem H1-Lötkolben. Grundlegende damalige Erfindungen wie der Schutzkontakt-Stecker förderten die internationale Verbreitung der Ersa Standardlötkolben. Mit dem Neuanfang in Wertheim nach Ende des Zweiten Weltkriegs nahm das Innovationstempo Fahrt auf: 1947 wurde die Urversion des Ersa 30 Lötkolbens in Hannover vorgestellt, in den 1950ern folgten leistungsgestellte Lötkolben.


Der wirtschaftliche Aufschwung der Nachkriegszeit war verknüpft mit einem steigenden Bedarf an Unterhaltungselektronik. Anfang der 1950er Jahre war die Nachfrage so groß, dass der manuelle Aufbau an Grenzen stieß. In dieser Situation erinnerte sich die Industrie an Paul Eisler, der bereits 1943 die Leiterplatte zum Patent angemeldet hatte. Deren Einführung in die Elektronikproduktion in den 1950ern ermöglichte die Herstellung elektronischer Baugruppen in hohen Stückzahlen. Das Verlöten bedrahteter Bauteile erfolgte weiter manuell. Mit steigender Zahl von Bauteilen auf den Baugruppen wurde der manuelle Lötprozess jedoch zu zeitintensiv.

Revolution in der Elektronikfertigung

Diese Herausforderung löste die englische Firma Fry´s Metals Ltd durch Erfindung der Lötwelle 1955, die 1958 das Patent erhielt und eine wirtschaftliche Massenproduktion von Leiterplatten ermöglichte. Auf dieser Technikbasis designten Firmen wie Grundig, Saba oder Nordmende ihre Geräte für eine Fließbandfertigung. Ersa erkannte das Potential dieser Entwicklung und nahm 1961 Fry’s-Metals-Lötanlagen in den Vertrieb auf, ab 1968 begann die Entwicklung eigener Ersa Lötanlagen.


In der Entwicklungsgeschichte der Welle hat Ersa viele Innovationen gesetzt – automatische Transportsysteme, Doppelwellen-Lötaggregate, programmgesteuerte Lötanlagen und Löten unter Schutzgasatmosphäre sind nur einige. Auf heutigen Ersa Wellenlötanlagen werden Formate bis 600 x 850 mm verarbeitet. In der Handlöttechnik folgten Anfang der 1970er Produkte wie der temperaturgeregelte Ersa TC 70 und die elektronisch geregelte TE 50 Lötstation.

HR 600 XL: Mit einer aktiven Heizfläche von 625 x 625 mm und einer verarbeitbaren Leiterplattenstärke von bis zu 10 mm gelingt die professionelle Reparatur an XL-Boards
HR 600 XL: Mit 625 x 625 mm aktiver Heizfläche und einer verarbeitbaren LP-Stärke bis 10 mm gelingt professionelle Reparatur an XL-Boards

SMT läutet Elektronik-Miniaturisierung ein

Einen weiteren Umbruch in der Elektronikfertigung läutete die Oberflächenmontagetechnik in den 1980ern ein. Damit begann die erfolgreiche Miniaturisierung elektronischer Geräte, die uns heute überall begegnet. Mit der dynamischen Entwicklung auf dem Gebiet der SMDs (Surface Mount Devices) stieß das Wellenlöten schnell an Grenzen, so dass Ersa auf neue SMT-Fertigungstechnologien und die Entwicklung von Reflowlötanlagen setzte – 1986 ging die erste Ersa ERS-Reflow-Generation an den Start. Steigende Anforderungen führten 1993 zur Einführung der HOTFLOW Lötanlagen.

2021: Mit der HOTFLOW THREE begründet Ersa eine neue Ära im Reflowlöten
2021: Mit der HOTFLOW THREE begründet Ersa eine neue Ära

Im Tools-Bereich entstanden zu dieser Zeit weitere Lötstationen mit innenbeheizten, austauschbaren Lötspitzen, sensorbasierter Temperaturmessung und -regelung. Zunehmend wurde das Tools-Einsatzgebiet erweitert – weg vom reinen Produktionswerkzeug, hin zum Werkzeug für Entwicklung und Prototypenbau, Nacharbeit und Service.

 

Um die Jahrtausendwende etablierte Ersa mit der optischen Inspektion verdeckter Lötstellen und der Rework-Technik zur BGA-Reparatur neue Produktzweige. Heutige Ersa Reworksysteme erzielen zuverlässig reproduzierbare Qualität – ob bei kleinsten 01005-Chips oder automatischer Reparatur komplexer Baugruppen bis 625 x 625 mm. Einen Technologieschub ab 2006 verzeichnete Europa mit Lötstationen durch Einführung bleifreier Lote: Auf den steigenden Wärmebedarf der Lötstellen antwortete Ersa mit der i-CON Lötstation und dem 150 Watt starken i-TOOL samt anschließbarer Heizplatte.


Maschinenseitig wuchs das Produktspektrum 2007 mit dem VERSAPRINT um die erste Generation des Schablonendruckers – zehn Jahre später folgte der VERSAPRINT 2, dem einzigen Drucker in der Branche mit integrierter 100%-Inspektion in 2D oder 3D (beim Typ ULTRA3).

 

Selektiver Innovationsschub

In den 1990ern mussten weiter bedrahtete Bauteile auf bereits reflowgelöteten Baugruppen verlötet werden – daraus ging ab 1996 die VERSAFLOW Technologie hervor, die zur weltweit führenden Technologie avancierte. Im September 2021 wurde die 1.500ste Anlage in Richtung Kunde ausgeliefert. Der Ersa Spirit – mit einem eingeschworenen Team, das den Kunden ins Zentrum allen Handelns stellt – schafft die Basis für eine nachhaltige, innovationsgetriebene Zukunft. Yesterday, Tomorrow and Beyond.

 
 

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